Übersäuerung

Häufig spricht man von Übersäuerung, obwohl der Körper diesen Zustand gar nicht zulässt. Gemeint ist mit der Übersäuerung ein Säureüberschuss, so dass der Körper diese Säuren mit Basen kompensieren muss.
Im schlechtesten Fall holt der Körper die nötigen Basen aus den Mineralstoffen der Knochen, was schlussendlich sogar zu Osteoporose führen kann.
In der Schulmedizin findet eine Übersäuerung ohne akute Symptone in der Regel wenig Beachtung. Eine latente metabolische Azidose ("Übersäuerung"), kann häufig über Jahrzehnte unendeckt bleiben. Danach treten "plötzlich" Symptone der heutigen Zivilisationskrankeiten auf, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Gicht usw.).
Der Säureüberschuss kommt durch die Säurezufuhr der Nahrungsmittel, aber auch durch psychische Ursachen wie Stress oder Frustration zustande. Vor allem raffinierte und denaturierte Nahrung führt dem Körper auf Grund der fehlenden Mineralstoffe Säure bildende Stoffe zu. Nichts ersetzt eine nährstoffreiche, vollwertige Ernährung.
In der heute üblichen Ernährung ist vor allem der Verzehr von Fleisch, Käse und Getreide Produkten, im Verhältnis zum geringen Anteil an Gemüse und Obst, verantwortlich für die Säurebelastung des Organismus.
Die Gefahr einer Übersäuerung ist wesentlich grösser als die einer Alkalisierung. Basen können bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr gut ausgeschieden werden. Säuren müssen neutralisiert werden und können als neutrale Salze abgelagert werden. [Lit15]
Interessanterweise sind sich die Autoren der Säure-Basen Haushalt Bücher einig. Eine hohe Insulinausschüttung (also ein hoher Blutzuckerspiegel) fördert die Gärungsvorgänge im Darm, was zur "Übersäuerung" führt [Lit11].

Trotzt Popularität von Vitaminen, Nährstoffextrakten und Nahrungsergänzungsmitteln neigt die moderne Gesellschaft zur Unterversorgung, denn die Wirkung dieser Präparate in isolierter und haltbar gemachter Form ist beschränkt [Lit2] [Lit15].
Basenzufuhr
Gesunde Ernährung besteht zu drei Viertel aus Basenlieferanten. Weniger moderne, raffinierte, denaturierte und entmineralisierte Nahrungsmittel. Dafür mehr Gemüse, Obst und mineralstoffereiche Lebensmittel helfen den Säure-Basen Haushalt im Gleichgewicht zu halten. Genügend Bewegung sorgt für die Abatmung von Säuren.
Sind Urin Messungen sinnvoll?
Am meisten Verwirrung herrscht bei der Messung des Säure-Basen Haushalts. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass nur der geringste Teil der Säuren im Urin gemessen werden kann [Lit9][Lit11]][Lit15]. Der Grossteil der Säuren ist an Phosphat gebunden und mit dem pH-Streifen kann nur der geringste Anteil der ausgeschiedenen Säure gemessen werden.
Nur eine Urin Messung im Labor oder ein Bluttest können eine Übersäurerung (Azidose) zweifelsfrei messen.
Urin Messungen können jedoch Schwankungen der Basen nach der Basenflut anzeigen. Insofern kann die Urin Messung einen ersten Hinweis auf einen gesunden Säure-Basen Haushalt geben.
Im Normalfall sollte ein bis eineinhalb Stunden nach einer Mahlzeit ein basischer pH-Wert im Harn messbar sein. Während des Tages schwankt der pH-Wert im Harn, was als Säure- und Basenfluten wahrgenommen wird. Diese Schwankungen entstehen durch die tageszeitabhängigen Rhytmen sowie durch die Aufnahme von Mahlzeiten und wechseln in ungefähr Sechsstunden-Rhythmen. Von 9 bis 10 Uhr morgens findet ein mässiges Basenfluten statt, von 15 bis 16 Uhr starkes Basenfluten. [Lit15]
